XTREMplus Power Move L – Der Test Bericht

Review für Fotorucksack „Powermove L“ von XTREMplus

(9.10.2014, Klaus Bavendiek, Norderstedt)

Im Sommer 2014 bekam ich die Gelegenheit, aus der Vor-Serie den ganz neuen Rucksack XTREMplus „Powermove L“ zu kaufen und zu testen. Mit dem Rucksack bin ich seit August im Elsass, in der Schweiz, auf dem Darß und in Prag fotografisch unterwegs gewesen und schildere hier meine Eindrücke.

Das Fazit fällt duchweg positiv aus, Tobias Weil hat viele gute Ideen in dem Produkt umgesetzt. Wie dem Untergrund vom Logo zu entnehmen ist, ist dieser Rucksack aus anderem Material als die anderen reinen Fotorucksäcke gewebt. In der Farbgebung und Aufmachung ähnelt dieser Rucksack eher einem Wanderrucksack. Auch vom Gewicht spielt er mit gewogenen 1080g in der leichten Klasse gut mit. Trotzdem hat er auch mit schwerem Gepäck wenig Probleme. Doch der Reihe nach.

Der Rucksack

Rein äußerlich fallen an dem Powermove L sofort die vielen Bänder und Funktionen auf. Vielfältige Verstaumöglichkeiten durch viele Taschen und Befestigungs-Bänder sind das herausragende Merkmal des Rucksacks.

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Das Tragesystem erlaubt auch längere Touren ohne Rückenschmerzen, die Polsterung sorgt für ein wenig Belüftung. Das Tragesystem ist für längere Touren ausgelegt, das Poster ist ausreichend hart, so dass eine Luft­zirkulation am Rücken stattfinden kann. Der breite Hüft-Gurt verlagert das Gewicht des Rucksacks auf das Hüftgelenk und entlastet so die Rückenmuskulatur – in Relation zu meinem XTREM+ Slingbag Speedbox M ein deutlich zu spürender Unterschied. Zusätzlich können die beiden Tragegurte vorn miteinander verbunden werden, so dass der Rucksack angenehm stabil auf dem Rücken fixiert ist.

Aufbau, Taschen und Funktion

Als Beispiel für die Verstaumöglichkeiten zeige ich hier die Taschen für den Laptop oder die Trinkflasche. Das Fach für den Laptop ist auch so angelegt, dass es direkt am Rücken liegt und somit ein Diebstahl in der Stadt aus diesem Fach ausgeschlossen werden kann.

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Auf der Vorderseite ist auch Platz für das IPad; gesichtert wird das Fach durch die zwei Riemenverschlüsse, die gleichzeitig mit dem Tragegurten verbunden sind; daher ist auch hier der unbemerkte Diebstahl nicht so einfach möglich. Die Verschlüsse sind sehr leicht, aber ausreichend stabil für alle vorstellbaren Anwendungsfälle. Als Beispiel für die netten Details seien die beiden Fächer im Hüft-Gurt genannt, in die ich den Garmin sowie das Handy verstaut habe. So ist es sofort griffbereit und ich muss nicht blind hinten im Rucksack herumsuchen oder den Rucksack ständig abnehmen.

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Besonders gut hat mir der herausnehmbare separate Fotoeinsatz gefallen. Er wird per default in drei nahezu gleichgroße Bereiche durch Klettband-fixierte Einsätze aufgeteilt. Über das Reisverschlussfach oberhalb des Einsatzes ist ein Zugriff auf die Kameras während des Wanderns leicht möglich.

Unterwegs in der Natur mit dem Standard Equipment

Nun zur ersten Anwendung von mir: Das Standard Equipment mit dem zusätzlichen Makro – meine Ausrüstung für die Standard Naturfotografie, wie ich sie in der Schweiz dabei hatte. In der Tasche sind dann verstaut: Pentax K3 mit 300mm F4, Pentax K3 mit Sigma 70-200 F2.8, Sigma 17-70 F2.8-F4, Pentax D-FA100WR Macro, Pentax Telekonverter 1.4x und natürlich ist auch das Stativ mit am Rucksack fixiert. Kleinteile wie Fernauslöser, Stativ-Platten, Reserve-Akkus, Filter und die Regenjacke finden oben in dem großen Fach Platz.

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Die beiden Kameras sind direkt zugänglich und kommen auch recht leicht aus der Tasche raus.

Equipment für längere Brennweite und mehr Flexibilität

Etwas Xtremer ist da schon das Sortiment, wenn ich die längeren Brennweiten und mehr Flexibilität brauche, aber nicht die Speed des Sigma 70-200. Dieses wird dann durch das Bigma (Sigma 50-500) ersetzt. Für wenig Licht kommen dafür die Pentax Limiteds FA77 F1.8 und FA31 F1.8 in den Rucksack.

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Das Bigma ist allerdings auch schon grenzwertig, denn wenn rechts das Stativ montiert wird, beult der Rucksack links aus. Vom Handling allerdings kein Problem, der Rucksack ist dafür ausgelegt.

Extrem Equipment für längere Brennweite mit viel Lichtstärke (500mm F4.5)

Wenn 500mm bei Blende F6.3 nicht reichen, kommt das große Besteck zum Einsatz. In meinem Fall das Sigma 500 F4.5, meist mit dem Pentax 1.4x oder Kenko 2x Konverter. Kaum vorstellbar, aber dieses Equipment passt in den Powermove L. Sogar das wasserfeste DA300 sowie das Sigma 18-250 finden noch zusätzlich Platz. Verpackt mag man kaum glauben, dass in dem Rucksack das 500’er mit der angesetzten Kamera so problemlos verschwindet. Das Seitenfach ist nun allerdings obsolet. Selbstredend ist das IPad für die Kamera Fernsteuerung auch dabei.

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Möglich wird das nur durch die Herausnahme der Trennplatte zwischen dem eigentlichen Fotofach und dem flexiblen Fach darüber (in dem normalerweise die Jacke oder die Toiletten Artikel sind). Die mitreisenden Amateur Fotografen mussten meist ihr schweres Teleobjektiv mit Kamera auf dem Stativ montiert in der Hand bzw. über der Schulter tragen – zusätzlich zu einem Rucksack.

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Städte-Tour mit langen Wegen

Quasi nach Schreiben des Berichts war ich eine Woche in Prag– entgegen der Original-Idee mit dem Powermove L und nicht mit dem Slingbag. Hintergrund war die Mitnahme des Rucksacks im Flugzeug, da passen neben der Fotoausrüstung noch Laptop und weitere Dinge ins Handgepäck, die beim Slingbag nicht gepasst hätten. Die Befürchtung, dass der Rucksack in der Stadt bei viel Gedränge stört, hat sich nicht bestätigt – im Gegenteil, ich war aufgrund der doch recht langen Touren sehr froh, das gute Tragesystem zu haben. Durch die gute Stativhalterung war das auch meist mit.

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Als Equipment waren dabei: Pentax K3 mit Sigma 8-16 F4-F5.6, Pentax K3 mit Sigma 17-70 F2.8-F4, Sigma 18-250 F3.5-F6.3, Pentax FA77 F1.8 und Pentax DA40 F2.8 sowie das Stativ. Das Wechseln der Kameras geht nach Abnahme eines Gurts recht einfach, beim Objektiv Wechsel wird der Rucksack nach vorn geholt. Statt zu zeigen, wie die Ausrüstung verstaut wird (ist easy), ein paar Bilder aus Prag:

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Fazit

Wer einen Rucksack sucht, der maximale Flexibilität bietet und maximal ein großes 500’er Tele mitnehmen möchte, sollte sich diesen Powermove L genauer anschauen. Aber auch der Naturfotograf mit dem großen 300’ter, der schnell auf sein Equipment zugreifen möchte, ist hier gut beraten. Das große Staufach über dem Fotoeinsatz bietet auch Platz für Utensilien einer Übernachtung. Auch für eine Städtetour mit langen Wegen oder wenn man im Flugzeug mehr als nur die Fotoausrüstung ins Handgepäck nehmen möchte, ist der Powermove L ein sehr guter Begleiter. Naturfotografen mit lichtstarken Objektiven von mehr als 500mm Brennweite sollten auch eine Alternative ausprobieren.

Noch ein Tipp für den Flieger:
Wenn man die Trennwand und den Fotoeinsatz herausnimmt, lässt sich der Rucksack gut zusammen­legen und passt platzsparend in einen Koffer.